Vereinsleben heute
Ehrenabend am 25. Januar 2025
Von Bernhard Ziesemer
Unser Ehrenabend fand diesmal nicht wie gewohnt Ende des Jahres 2024 statt, sondern musste Organisation bedingt auf Januar 2025 verschoben werden. Er fand im stilvollen Ambiente des Exerzitienhauses Himmelspforten statt. 42 Vereinsmitgliederinnen und Mitglieder, teilweise mit Partner, hatten sich angemeldet und waren auch vollzählig erschienen. Beginn war 18.00 Uhr mit einem Sektempfang im Kreuzgang. Danach wechselten wir in die gemütlichen Räume der „Taverne“ deren Tische von den Damen Doris Mehling, Marianne Teifel und Irina Reiß geschmückt worden sind. Hier war ein reichhaltiges Büfett mit Vorspeisen, Hauptgerichten und Nachspeisen aufgebaut. Nach dem Büfett begrüßte der komm. Vorsitzende Bernhard Ziesemer die anwesenden Mitgliederinnen, Mitglieder des Vereins für Briefmarkenkunde Würzburg und Gäste. Sein besonderer Dank galt dem Vereinsmitglied Heinz Teifel, der mit einer großzügigen Spende das Büfett finanzierte.
Der zweite Vorsitzende des Landesverbandes der Bayerischen Philatelisten-Vereine, Robert Eiser sprach Grußworte an die Anwesenden, ebenso wie der Vorsitzende vom Briefmarkenverein Meiningen, Matthias Reichel.
Des Weiteren begrüßte Bernhard Ziesemer den Ehrenvorsitzenden des Vereines für Briefmarkenkunde Würzburg und dem BDPh, Walter Gabriel sowie den Musiker Georg Schulz.
Nach dem Jahresrückblick folgten die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften.
- Für 10jährige Mitgliedschaft erhielt eine Urkunde und ein Abzeichen in Bronze, Matthias Reichel.
- Für 15jährige Mitgliedschaft erhielt eine Urkunde und ein Abzeichen in Silber, Wolfgang Löhlein.
- Für 40jährige Mitgliedschaft erhielt eine Urkunde und Abzeichen in Gold, Prof. Dr. Th. Schmitt.
- Für 60jährige Mitgliedschaft erhielt eine Urkunde und ein Abzeichen in Gold, Rainer Hubl.
Über eine weitere Ehrung durch o.g. Damen freute sich Mandy Ziesemer. Sie erhielt einen Blumenstrauß und einen Geschenkgutschein für langjährige Gestaltung der Ehrenabende.
Nach den Ehrungen folgte ein geselliges Beisammensein, das sich nach 22.00 Uhr langsam auflöste. Alle waren begeistert über einen gelungenen Abend.




2020: 140 Jahre Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V.
Es war der 18. November 1880, als neun Gründungsmitglieder im Restaurant Matterstock, das sich auf der Juliuspromenade befand, den Verein für Briefmarkenkunde Würzburg gründeten. Der Stadtchirurg A. Greis wurde als Vorsitzender des neuen Vereins gewählt und man beschloss eine Satzung. Im Verein zeigte sich schnell reges Leben. Verschiedene Briefmarkenzeitungen wurden zur Information der Mitglieder abonniert und mehrmals wurden vom Verein gekaufte oder gestiftete Briefmarken an die Mitglieder verlost. So wechselten im Herbst 1881 fünf Schwarze Einser auf diese Art ihren Besitzer. Bis zur 1. Jahreshauptversammlung 1891 war der Verein auf 18 Mitglieder angewachsen und es hatten 29 Vereinstreffen statt gefunden.
Zum 100. Jubiläum im Jahre 1980 zählte der Verein 140 Mitglieder. Höhepunkt der Feierlichkeiten war damals die WÜBA 80, eine Ausstellung im Rang 2, die unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeitler stand.
Gegenwärtig hat der Verein 181 Mitglieder und darf sein 140-jähriges Bestehen feiern. Er ist damit der älteste Briefmarkensammlerverein in Bayern. Zu den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2020 werden mehrere Veranstaltungen statt finden. Es beginnt am 22. März mit der 40. Briefmarkenbörse des Vereins im Pfarrzentrum Heilig Kreuz im Stadtteil Zellerau. Das nächste Ereignis ist am 17. Mai der 72. Landesverbandstag des Landesverbandes Bayerischer Philatelistenvereine im Hofbräukeller Würzburg. Als Begleitprogramm gibt es am Abend zuvor für die Gäste eine Führung durch das Würzburger Rathaus und den Grafeneckart. Höhepunkt im Jubiläumsjahr wird die Briefmarkenausstellung WÜBA 20 unter der Schirmherrschaft des Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt sein. Vom 11. bis 13. September werden in der Kürnachtalhalle im Würzburger Stadtteil Lengfeld Exponate zu den Themen aller Ausstellungsklassen gezeigt werden. Jugendsammlungen und Literaturexponate werden von der Jury ebenfalls zu bewerten sein. Der Eintritt ist frei. Ein Zusatzprogramm für Gäste und Jugendliche soll die Ausstellung umrahmen und den Besuchern den Aufenthalt in Würzburg unvergesslich machen. Für Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland findet während der WÜBA 20 ein StampCamp statt.
Allen Philatelisten und ihren Begleitern bietet die Stadt vielfältige Abwechslungen und Unterhaltungsmöglichkeiten. Nicht nur Residenz, Festung Marienberg, Dom, Falkenhaus und Marienkapelle, sondern auch Martin von Wagner Museum, Lusamgärtlein, Rathaus und Grafeneckart mit Vierröhrenbrunnen sind sehenswerte Baudenkmäler. Nach einer Stadtbesichtigung laden Hofkellerei, Juliusspital und Bürgerspital zur Verkostung des bekannten Frankenweins ein und eine variantenreiche Gastronomie bietet fränkische und internationale Küche an. Bei Sonnenschein genießen Kenner den Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke, die den gleichzeitigen Blick auf Festung, Käppele, Steinburg, Dom, Grafeneckart und Vierröhrenbrunnen ermöglicht. Am Samstag 12. September wird das Würzburger Stadtfest vielfältige Attraktionen an Musik und Kultur bieten, wodurch Jung und Alt Unterhaltung finden werden.
Das Jubiläumsjahr klingt im November mit einem Festabend am traditionellen Familien- und Ehrenabend des Vereins im Würzburger Hofbräukeller aus.
Zu den verschiedenen Veranstaltungen wird es Belege, Marken Individuell und Sonderstempel geben, die auch für Philatelisten, die die Veranstaltungen nicht persönlich besuchen können, erhältlich sind. Ansprechpartner für deren Bezug ist unser Neuheitenwart.
Der Weg in die partnerschaftliche Verbindung der Philatelisten aus Suhl und Würzburg
von Walter Gabriel, Höchberg/Würzburg
Seit 1988 sind die Stadt Suhl in Thüringen und die Stadt Würzburg in Unterfranken im Rahmen einer Städtepartnerschaft einander verbunden; aber bis zur „Wende“ beschränkte der Eiserne Vorhang – wie seit Jahrzehnten – persönliche Kontakte weiterhin mehr oder weniger auf offizielle Anlässe. Andererseits pflegten Briefmarkensammler über all die Jahre der Teilung hinweg Brief- und Tauschfreundschaften, vermutlich umfangreicher und intensiver als dies im Bereich vieler anderer Sport- und Hobbyarten möglich und üblich war. Die Verbindungen beschränkten sich aber in der Regel auf den Briefverkehr, der noch dazu einer Kontrolle unterworfen war. Mehr war seitens der DDR-Administration offenbar nicht erwünscht.
Unter diesen Gegebenheiten erreichte mich als damaligen Vorsitzenden des Vereins für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. glaublich im August 1989 ein Telefonanruf eines mir bis dahin unbekannten Herrn Horst Bernard (†), der mir erklärte, dass er 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Briefmarkensammler in Suhl sei. Er habe von Nürnberg aus, wo seine betagten Eltern wohnten, Suhls Partnerstadt Würzburg besucht und habe dabei in einem Briefmarkengeschäft meinen Namen und meine Telefonnummer erfahren. Von Würzburg aus habe er mich tagsüber leider nicht erreichen können. Herr Bernard kam auch gleich zum Anlass seines Anrufs. Im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaft regte er zwischen den organisierten Briefmarkensammlern in Suhl und Würzburg ebenfalls eine partnerschaftliche Verbindung an. In dieser Zielsetzung waren wir uns schnell einig. Tauschpartnerschaften wollten wir vermitteln und die Suhler Vereinsmitglieder nach Möglichkeiten auch mit gewünschter Literatur versorgen. Nach Möglichkeiten deshalb, weil unsicher war, ob Literatur aus Würzburg auch ihren Adressaten erreichen würde. Außerdem wollten wir auf offizieller Schiene gemeinsam die Realisierung „unserer“ Partnerschaft betreiben.
Der uns beide beflügelnde Optimismus wurde relativ schnell gedämpft. Es konnte ja immer noch niemand an eine näher kommende „Wende“ in der DDR denken. Als beim Bundes- und Philatelistentag vom 13. – 15.10.1989 in Mainz erstmals auch der Leiter der Sektion Philatelie im Kulturbund der DDR, Herr Peter Fischer, anwesend war, packten wir die Gelegenheit beim Schopf. Wir, das waren von unserem Würzburger Verein Günter Albeck, 2. Vorsitzender, Hermann Wütschner (†), Beisitzer, und meine Wenigkeit. Gelegentlich einer Pause sprachen wir im Foyer der Rheingoldhalle Herrn Fischer an und baten, unsere partnerschaftlichen Zielsetzungen zu den Briefmarkensammlern in Suhl wohlwollend zu unterstützen. Seine Reaktion war enttäuschend kurz: Wir sollten unser Anliegen zur weiteren Veranlassung brieflich an das Kulturamt der Stadt Würzburg richten. Er würde dann das Schreiben bekommen und dann wolle er weiter sehen. Mehr war wirklich nicht! Wir Würzburger fühlten uns wie begossene Pudel und standen plötzlich allein gelassen quasi im Freien.
Aber die politische Realität änderte sich und bekam bekanntermaßen eine unvorhersehbare Eigendynamik. Bereits zwei Monate später konnten wir – ganz ohne Ostberliner Protektion – am Wochenende 9./10.12.1989, als viele Bürger aus Suhl erstmals Würzburg besuchen konnten, gleichzeitig eine Gruppe der organisierten Suhler Briefmarkensammler begrüßen. Eine postalische Abstimmung zwischen Horst Bernard und mir ermöglichte die Organisation dieses Zusammentreffens. Nach einem ersten Rundgang durch die vorweihnachtlich gestimmte Altstadt durften wir die Herrn Horst Bernard, Horst Reinhard, Christian Förster, Rolf Greiner, Georg Schalling, Martin Sielaff und Willy Zintner in unser damaliges Vereinslokal „Frankfurter Hof“ nicht nur zu einem Gedankenaustausch einladen. Von unserem Würzburger Verein waren von der Vorstandschaft die Mitglieder Günter Schäfer, Fred Deutloff , Peter Loibl und Walter Gabriel zugegen. In freundschaftlicher Atmosphäre wurde gegenseitig aus dem Sammler- und Vereinsleben in den trennenden Jahren erzählt, aber auch erste Vorstellungen hinsichtlich partnerschaftlicher Beziehungen wurden entwickelt. Voller Optimismus boten uns die neu gewonnenen Freunde aus Suhl an, uns bei den Auf- und Abbauarbeiten unserer immer näher kommenden TRILATERALE WÜBA ’91 zu helfen. Außerdem zogen sie eine gemeinsame „Freundschaftsausstellung“ in Betracht, die in Suhl stattfinden sollte, wobei sie aber gleichzeitig noch eine Reihe offener Fragen aufwarfen. Es war ja politisches Neuland, in dem wir uns bewegten. Dennoch war Optimismus angesagt, und es schien, als wollten alle die Gunst der Stunde nutzen und Neues wagen. Nachdem unsere Besucher aus Suhl die Nacht im Kolpinghaus verbracht hatten, trafen wir uns – diesmal Günter Albeck, Peter Loibl und meine Wenigkeit – am Sonntagvormittag zu einem weiteren Stadtrundgang, der allerdings wegen ungünstiger Witterung bald in eine Gaststätte führte, ganz im Sinne unserer gemeinsamen Zukunftsplanungen. Die Sammlerfreunde aus Suhl vermachten unserer Vereinsbibliothek zwei interessante philatelistische Werke: Fritz Steinwasser, „Berliner Post“, und Manfred Stephan, „Zahlreiche Kasten sieht man hängen“. Wir durften ihnen als Symbol unserer Verbundenheit jeweils unsere Vereinskrawatte überreichen.
Schon vier Wochen später, am Sonntag, dem 14.1.1990, befanden wir uns anlässlich des ersten „Würzburg-Tages“ auf Einladung zum Gegenbesuch in Suhl. In der Partnerstadt wurden wir, Günter und Brigitte Albeck, Peter und Gabi Loibl, Fred Deutloff, Dr. Franz Schicklberger, Heinz Schunke und Walter Gabriel, am Stadthaus freundschaftlich empfangen und danach den ganzen Tag über liebevoll betreut und bewirtet. Beladen mit vielerlei neuen Ideen und Zukunftsplänen, traten wir am Abend die Heimreise an.
Als wir am Sonntag, dem 8.4.1990, unsere 10. Würzburger Briefmarkenbörse durchführten, durften wir auch erstmals unsere Sammlerfreunde aus Suhl begrüßen, die mit Bus zur damaligen Carl-Diem-Halle gekommen waren.
Die „Wende“ – wie man später sagte – führte nach Änderung der Rechtslage auch dazu, dass bereits am 23.6.90 die Briefmarkensammler in Suhl ihren „Briefmarkensammlerverein Suhl (Thür.) von 1927 e.V.“ wieder aufleben lassen konnten. Auf Einladung war auch unser Verein bei diesem traditionsrelevanten Ereignis vertreten. Herr Günter Albeck, 2. Vorsitzender, überbrachte in Begleitung seiner Frau Brigitte Albeck und Herrn German Weisensel, beide ebenfalls Vereinsmitglieder, beste Wünsche seitens des Vereins für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. für eine stets positive Entwicklung des wieder aufgelebten Vereins. Aus der Arbeitsgemeinschaft Suhl des Philatelistenverbandes im Kulturbund der DDR war wieder ein Verein geworden, der an seine frühere Tradition anknüpft. Mit der gleichzeitig gewählten Vorstandschaft, Herrn Horst Bernard als 1. Vorsitzenden und Herrn Horst Reinhard als 2. Vorsitzenden, wussten wir uns einig zum weiteren Ausbau unserer partnerschaftlichen Beziehungen. Seitens unseres Vereins überbrachte Herr Albeck der neuen Vorstandschaft nicht nur Glückwünsche, sondern überreichte für die Vereinsbibliothek zum Gebrauch aller Mitglieder ein aktuelles philatelistisches Lexikon. Satzung, Bibliotheksverzeichnis, diverse Rundschreiben unseres Vereins u. a. waren wunschgemäß bereits früher übergeben worden.
Gleichzeitig war der Briefmarkensammlerverein Suhl Nord gegründet worden, zu dem wir natürlich ebenfalls freundschaftliche Beziehungen pflegen.

Als wir in Würzburg am 17.11.1990 das 110-jährige Bestehen unseres Vereins in der Scherenberg-Hofstube auf der Festung Marienberg mit mehr als 200 Gästen feierten, darunter BDPh-Präsident Dr. Heinz Jaeger, Lörrach, BDPh-Vizepräsident und 2. Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V., Michael Adler, Forchheim, unserem Vereinsmitglied, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Bayerischer Philatelisten-Vereine e.V., Herrn Bertold Schumacher, und weiteren Persönlichkeiten aus Politik und organisierter Philatelie, konnten wir erfreulicherweise auch die Herren Horst Bernard, Horst Reinhard und Willy Zintner aus Suhl unter den Gästen herzlich begrüßen. In diesem feierlichen Rahmen durften wir aus der Hand von Herrn Bernard eine von Herrn Willy Zintner kunstvoll gestaltete Urkunde (s. vorstehende Abb.) zu unserem Vereinsjubiläum entgegennehmen. Im Gegenzug erhielt Herr Bernard in Anerkennung seiner vielfältigen Bemühungen die Verdienst- und Ehrennadel unseres Vereins für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. in Bronze.
Es war uns natürlich eine große Freude, dass wir unsere Sammlerfreunde aus Suhl auch zu der von uns in der Zeit vom 9. – 12.5.91 ausgerichteten TRILATERALE WÜBA ’91, einer Rang-1-Ausstellung für die Philatelistenverbände Österreichs, der Schweiz und Deutschlands, begrüßen durften. Sie waren wiederum mit Bus in Würzburg angereist. Und wir durften uns für die tatkräftige Unterstützung bei dieser arbeitsintensiven TRILATERALE WÜBA ’91 bei den Herren Rudolf Greiner und Werner Raab mit der von unserem Verein geschaffenen Mitarbeitermedaille in Gold, bei Willy Zintner in Silber sowie Horst Bernard, Matthias Reichel, Horst Reinhard und Georg Schalling in Bronze bedanken. Dabei hätte am Beginn unserer Vorbereitungen für diese TRILATERALE WÜBA ’91 niemand auch nur im Traum daran gedacht, dass wir einmal mit den Suhler Philatelisten partnerschaftlich verbunden sein würden und diese unsere Rang-1-Ausstellung würden besuchen können! Es war ein beglückendes Erlebnis!
Im Jahr darauf richteten unsere Suhler Freunde die bereits beim ersten Zusammentreffen ins Auge gefasste Freundschaftsausstellung Suhl/Würzburg aus. Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung im Haus der Philharmonie hatte der Oberbürgermeister der Stadt Suhl, Herr Dr. Martin Kummer, übernommen. Am dritten Jahrestag der Deutschen Einheit, Samstag, dem 3.10.92, boten Philatelisten aus Suhl und Würzburg in 64 Rahmen mit je 16 Sammlungsblättern umfangreich Einblick in das faszinierende Hobby Philatelie. Die beteiligten Aussteller durften einen bemalten Porzellanteller zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Um die Verbundenheit unserer Vereine in Suhl und in Würzburg zu untermauern, sind zum 1.1.1993 Horst Bernard dem Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. sowie Manfred Wolfenstetter und Walter Gabriel dem Briefmarkensammlerverein Suhl (Thür.) von 1927 e.V. beigetreten.
Im gleichen Jahr durften wir uns ebenfalls mit einer Partnerschaftsausstellung revanchieren und unsere Sammlerfreunde aus Suhl nach Würzburg einladen. Am 26.9.93 wurden im Foyer des Würzburger Stadttheaters den Besuchern in 80 qm-großen Rahmen 20 Exponate von Mitgliedern der Partnervereine präsentiert, darunter mehrfach bei Wettbewerbsausstellungen prämierte Sammlungen. Herausragend eine Sammlung „Kirchenstaat“ unseres Mitglieds Hermann Wütschner, die bei der Weltausstellung in Auckland/ Neuseeland mit Großer Goldmedaille und Ehrenpreis prämiert worden war. Das von unserem Verein aufgelegte Schmuckkuvert zeigt eine speziell hierzu von dem Künstler Walter Kalms gestaltete Bildkomposition des Dianabrunnens in Suhl mit dem Frankoniabrunnen in Würzburg. Die Deutsche Bundespost führte gleichzeitig einen von unserem Verein gestalteten Sonderstempel, der die Signets der Partnervereine zeigt: Ein bleibender philatelistischer Erinnerungsbeleg.
Das in Kreide gemalte Originalbild durfte ich Herrn Horst Bernard anlässlich des Festabends am 2.10.1999 im Rahmen einer Rang-3-Jugend-Briefmarkenausstellung in Suhl überreichen. Der Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. bedankte sich auf diese Weise bei seinem Mitglied für die umfangreichen Bemühungen des weiteren Ausbaus der Verbindung unserer Briefmarkensammlervereine in den Partnerstädten Würzburg und Suhl.

In der Folge wuchs das gegenseitige Verständnis, entwickelte sich unser gewünschtes Zusammenwirken. Die Vereine sind nicht nur Partner, sondern sind sich freundschaftlich verbunden. Und dies soll auch in Zukunft so bleiben! In diesem Sinne haben sich Würzburger Vereinsmitglieder selbstverständlich wieder bereit erklärt, an der Ausstellung zum „Tag der Briefmarke 2006“ in der Offenen Klasse unter dem Motto „Partner in Europa“ teilzunehmen.
Entnommen der »Würzburger Vereinschronik 1880 – 2005«
Ein kurzer Auszug aus der Vereinsgeschichte
Gründung
Schon Ende der 1870er Jahre hatten sich in Würzburg Bestrebungen gezeigt, die am Briefmarkensammeln interessierten Kreise zu einer Vereinigung zusammen zu schließen. Da erließ der Stadtchirurg Andreas Greis in der „Neuen Würzburger Zeitung“ einen Aufruf, in dem er die Würzburger Briefmarkenliebhaber zu einer Versammlung im Café Stellwag auf den 25. Oktober 1880 einlud. Diese Versammlung war sehr zahlreich besucht.
Erster Weltkrieg
Der im August 1914 einsetzende Weltkrieg machte seine Auswirkungen auch bei unserem Verein geltend. 13 Mitglieder mussten sofort unter die Fahnen treten. Um aber dem bedrohten Vaterland mit allen Kräften zu dienen wurde einstimmig beschlossen, die eine Hälfte unseres Vereinsvermögens mit 300 Mark dem Roten Kreuz, die andere Hälfte notleidenden Angehörigen Würzburger Kriegern zu schenken. Dass die bei Vereinszusammenkünften bekannt gegebenen Auszeichnungen und militärischen Beförderungen von Mitgliedern immer mit großem Jubel begrüßt wurden, ist ebenso selbstverständlich, wie die Freude über Veröffentlichungen von Siegen unserer heldenmütigen Soldaten. Als erstes Vereinsmitglied fiel auf dem Felde der Ehre Major Wirsching, schon im August 1914.
Inflation
Jetzt (1920) machte sich auch der Beginn der unseligen Inflation bemerkbar. Die Markengeschäfte erhöhten ihre Preise um 50 bis 100%. Die Länder mit sinkendem Geldwert überstürzten sich mit Markenausgaben mit immer höherem Nennwerte. Diese vielen neuen Marken führten unserem Sammelgebiete Freunde in großer Zahl zu. Starkes Interesse zeigten aber auch die Steuerbehörde. Das Finanzamt beabsichtigte, zu unseren Vereinsabenden einen Steuerboten zur Entgegennahme der Luxussteuer zu entsenden; diese Absicht wurde aber nicht verwirklicht.
Die Händler, die unserem Verein Auswahlen zur Verfügung stellten, verlangten nunmehr Abrechnung innerhalb 14 Tagen. Wegen Verschleppung häuften sich die Klagen; von einem Mitglied kam eine Umlaufsendung erst nach 6 Monaten zurück, so dass die Beträge für die fast restlos entnommenen Marken beinahe nichts mehr Wert waren.
Im Januar 1924 gab unser Verein bekannt, dass im vergangenen Jahr nur sechs Sendungen in Umlauf gekommen waren, aus diesen aber für 57 Billionen Mark entnommen wurde.
Zum „Tag der Briefmarke“ 1942
Auszug des Artikels in der „Neue Würzburger Zeitung“ am 10. Januar 1942 von Landrat Dr. Rückert:
„Morgen begehen die Briefmarkensammler im großdeutschen Raume, wie alljährlich, den Tag der Briefmarke […]. Der Tag der Briefmarke steht in diesem Jahre unter einem besonders glücklichen Stern; ist doch vor wenigen Wochen die Einheitsorganisation der deutschen Sammler geschaffen worden, den die KdF-Sammlergruppen und Reichsbund der Philatelisten umfaßt. Es sind damit die jahrzehntelangen Erfahrungen auf dem Gebiet der Philatelie mit der vorwärtsstürmenden und fortentwickelnden Initiative der Partei zu einer für das deutsche Briefmarkensammeln höchst bedeutsamen Einheit zusammengeschlossen. Die neue Einheitsorganisation ist bestimmt, alle Sammler des großdeutschen Raumes in sich zu vereinigen. Es wird daher auf die Dauer undenkbar sein, daß Sammler außerhalb dieser Organisation stehen können […]“
16. März 1945 und die Vereinssammlung
An jenem Abend erlebte Würzburg einen Großangriff, bei dem die Stadt besonders durch Flächenbrände zu fast 90% zerstört wurde. Rund 100.000 Einwohner verloren ihr gesamtes Hab und Gut, auch ihre Briefmarkensammlungen.
Unser Verein besaß damals eine schon vor Jahrzehnten angelegte Sammlung, über deren Zusammensetzung leider nichts mehr bekannt ist, sie soll aber z.B. einige Schwarze Einser enthalten haben. Diese Sammlung wurde nach späterer Aussage des damaligen »Vereinsführers«, Landrat Dr. Rückert, im Panzerschrank des hiesigen Landratsamtes aufbewahrt. Dort ist sie dann zusammen mit anderen wichtigen Unterlagen verbrannt.
Partner in Suhl 1989
Die Veränderungen in der DDR erbrachte auch eine Verbindung zu den Sammlerfreunden in Würzburgs Partnerstadt Suhl. Ein erstes Zusammentreffen mit Angehörigen der damaligen »AG Suhl des Philatelistenverbandes im Kulturbund der DDR« fand im Dezember 1989 in Würzburg statt. Zwischenzeitlich entstanden auch persönliche Freundschaften, die bis heute gepflegt werden.
